Ratgeber
Website selbst machen oder machen lassen?
Eine ehrliche Abwägung, auch wenn wir offensichtlich Partei sind. Es gibt Fälle, in denen ein Baukasten die vernünftigere Wahl ist — und es gibt Punkte, an denen das Selbermachen regelmäßig scheitert.
Die ehrliche Antwort
Wann ein Baukasten reicht
Wir verkaufen Websites. Trotzdem: In diesen Fällen würden wir selbst zum Baukasten greifen.
- Sie testen eine Geschäftsidee und wissen noch nicht, ob daraus etwas wird
- Die Seite ist reine Visitenkarte — Name, Leistung, Telefonnummer, sonst nichts
- Sie arbeiten gerne selbst daran und haben die Zeit dafür wirklich übrig
- Ihre Kunden kommen ohnehin über Empfehlung, die Website bestätigt nur
Wenn zwei oder mehr dieser Punkte zutreffen, sparen Sie sich vorerst das Geld. Kaufen Sie aber die Domain auf Ihren eigenen Namen.
Die andere Seite
Woran das Selbermachen meistens scheitert
Nicht am Design. Die folgenden vier Punkte sehen wir immer wieder, wenn Betriebe eine selbstgebaute Seite abgeben wollen.
Es bleibt liegen
Der häufigste Befund. Die Seite entsteht in einem motivierten Wochenende und wird danach nie wieder angefasst. Zwei Jahre später stehen dort falsche Öffnungszeiten, ein eingestelltes Angebot und eine alte Telefonnummer.
Die Texte
Über den eigenen Betrieb zu schreiben ist schwerer als gedacht. Was entsteht, ist oft eine Aufzählung von Leistungen — nicht das, was ein Kunde wissen will, bevor er anruft.
Die Pflichtangaben
Impressum und Datenschutzerklärung werden aus einem Generator kopiert und passen dann nicht zur tatsächlichen Seite. Wenn ein Kontaktformular Daten verarbeitet, muss das dort stehen.
Niemand ist zuständig
Wenn die Seite ausfällt oder eine Rechnung des Anbieters nicht bezahlt wurde, merkt es oft wochenlang niemand. Bei einem lokalen Betrieb ist das die Zeit, in der Anfragen ausbleiben, ohne dass jemand den Zusammenhang sieht.
Rechnen Sie nach
Was Ihre eigene Zeit wert ist
Ein Wochenende klingt wenig.
Es sind selten nur zwei Tage.
Struktur überlegen, Texte schreiben, Bilder beschaffen und zuschneiden, einrichten, am Handy prüfen, Rechtstexte erstellen, bei Google anmelden. Wenn Ihr Stundensatz im Betrieb höher ist als der Preis, den Sie sparen, haben Sie nichts gespart — Sie haben nur woanders gearbeitet.
Gegenüberstellung
Worin sich die beiden Wege wirklich unterscheiden
Nicht im Aussehen — moderne Baukästen liefern ordentliche Ergebnisse. Der Unterschied liegt in den Punkten, die man erst nach Monaten bemerkt.
Wer reagiert, wenn etwas kaputt ist
Beim Baukasten Sie selbst, mit einem Hilfe-Center und einem Kontaktformular. Bei einem Dienstleister jemand, der Ihre Seite kennt. Der Unterschied fällt nur an dem einen Tag auf, an dem etwas nicht funktioniert — dann aber deutlich.
Wie schnell die Seite lädt
Baukästen liefern viel mit, was Ihre Seite nicht braucht. Bei einer selbst gebauten Seite lässt sich steuern, was tatsächlich geladen wird. Für Besucher am Handy und unterwegs ist das der spürbarste Unterschied.
Was passiert, wenn Sie wechseln wollen
Aus einem Baukasten lässt sich das Design in der Regel nicht mitnehmen. Sie nehmen Ihre Texte, Ihre Bilder und Ihre Domain mit — der Rest wird neu gebaut. Das ist kein Beinbruch, sollte aber vorher bekannt sein.
Wie sichtbar Sie bei Google sind
Beides kann funktionieren. Entscheidend ist weniger das System als die Frage, ob jemand die Grundlagen sauber einrichtet: Seitentitel, Beschreibungen, Struktur, Ladezeit. Bei einem Baukasten müssen Sie das selbst tun — die Einstellungen sind da, aber niemand füllt sie für Sie aus.
Wie diese Grundlagen aussehen, steht bei Optimierung & Technik.
Häufige Fragen
Fragen zur Entscheidung
Sind Baukasten-Websites schlechter?
Nein, nicht grundsätzlich. Die Systeme sind gut geworden. Der Unterschied liegt weniger in der Technik als in der Zeit: Eine Baukasten-Seite ist schnell angelegt und dann meistens nie wieder angefasst. Veraltete Öffnungszeiten und ein totes Kontaktformular schaden mehr als ein durchschnittliches Design.
Wie lange brauche ich für eine Website selbst?
Rechnen Sie ehrlich: Struktur überlegen, Texte schreiben, Bilder beschaffen und zuschneiden, alles einrichten, am Handy prüfen, Impressum und Datenschutzerklärung erstellen. Die Technik ist dabei selten der langsamste Teil — die Inhalte sind es.
Kann ich klein anfangen und später wechseln?
Ja, und das ist oft vernünftig. Wichtig ist nur: Kaufen Sie die Domain auf Ihren eigenen Namen, nicht über den Baukasten-Anbieter. Sonst wird der Wechsel später unnötig kompliziert.
Was ist mit Impressum und Datenschutz?
Die Pflicht trifft Sie als Betreiber, unabhängig davon, womit die Seite gebaut ist. In Österreich verlangen das E-Commerce-Gesetz und das Mediengesetz bestimmte Angaben, dazu kommt die Datenschutzerklärung nach DSGVO. Das ist kein Punkt, an dem man sparen sollte.